Gabriele Zimmermann

Alter: 59

Beruf: Diplompädagogin (Musikerziehung/Germanistik)

Tätigkeit: Theaterpädagogin, Klavierlehrerin, Rentnerin

Familie: ein Sohn, 29 Jahre alt

Stadtteil: Reutershagen

Rostock ist: eine Stadt, in der sich die Bewohner wohl fühlen sollen – in der Familie, in der Ausbildung, in der Arbeit und in der Freizeit.

Kinder und Jugendliche bedürfen besonderer Zuwendung: im familiären, schulischen und Freizeitbereich. Hier einige Denkanstöße:

1. Bildung und Erziehung ist in erster Linie Aufgabe der Familie. - Gewalt, Fehlen emotionaler Bindungen, daraus resultierend verhaltensgestörte Kinder gibt es nicht nur in sozial schwachen Familien. - Eltern haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.

2. Bildung und Erziehung erfolgt auch in den Kitas. - Die Ausbildung der Erzieherinnen für Kitas ist fachlich und pädagogisch unzureichend, da sie zu allgemein auf unterschiedlichste Einsatzmöglichkeiten ausgerichtet ist (Heime, Kindertagesstätten, Internate, Schülerheime, Freizeiteinrichtungen, Betreutes Wohnen...). - Die Ausbildung selbst muß zielgerichtet auf einzelne Altersstufen erfolgen (z.B. Ausbildung NUR als Kita-Erzieherin oder NUR als Streetworker). - Notwendig ist vor der Ausbildung ein Nachweis der Eignung und Praktika.

3. Bildung und Erziehung setzt sich in den Schulen fort.

  • Kinder und Jugendlichen müssen eine effektive Schulbildung und Ausbildung erhalten.
  • Dazu gehört die tatsächliche Durchsetzung des finnischen Schulsystems: Kleine Klassen, 2 Lehrer pro Klasse im Unterricht, Nachmittagshilfen, echte Ganztagsschulen.
  • Eigenständigkeit der Schulen bedeutet auch eigenständige Entscheidungen über Lehrer. Dem entgegengesetzt ist der Lehrer als unkündbarer Beamter. - Es ist notwendig, die Lehrpläne zu reformieren unter dem Aspekt: Was ist Allgemeinwissen?
  • Dieses Allgemeinwissen kann bis zur Klasse 6 oder 7 vermittelt werden. Dann sollten Eltern und Lehrer imstande sein, die Fähigkeiten und Neigungen der Schüler zu erkennen und speziellen weiterführenden Unterricht zu empfehlen.
  • Interessanter Unterricht muß fachübergreifend sein in musischen Fächern wie Deutsch, Kunst, Musik, damit verbunden Geschichte.

4. Bildung und Erziehung erfolgt durch motivierte und qualifizierte Pädagogen.

  • Auch in der Lehrerbildung ist die wichtigste Voraussetzung die Eignung, nachgewiesen in Praktika, und nicht der Numerus Clausus.
  • Die Lehrer-Studiengänge werden permanent erschwert durch Dozentenmangel. Abschlüsse in der Regelstudienzeit sind deshalb kaum möglich.

5. Freizeit- und kulturelle Institutionen

  • Der Zugang zu außerunterrichtlichen Institutionen muß jedem Kind möglich sein.
  • Freizeit-Institutionen können finanziell nicht selbständig arbeiten, sie bedürfen der Unterstützung des Staates.
  • Förderung der Kultur ist eine der Hauptaufgaben staatlicher Behörden.