30.08.2006

Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben

Unter diesem Motto hatte die Bundestagsfraktion am 29. August nach Rostock geladen, um über das Konzept der Grünen Marktwirtschaft zu informieren. Zusammen mit Dr. Harald Terpe MdB und Professor Dr. Gerald Braun von der Universität Rostock diskutierte der Fraktionsvorsitzende Fritz Kuhn MdB über Inhalte des Konzeptes und über die Probleme und Herausforderungen denen sich Mecklenburg-Vorpommern gegenüber sieht. Dabei wurde deutlich, dass es kein Patentrezept für einen Weg aus der Krise gibt, die Ideen der Grünen Marktwirtschaft aber Lösungsansätze bieten. Einigkeit herrschte dahingehend, dass vor allen Dingen in die Bildung investiert werden  und die Förderung sich nicht auf den Ausbau von StraÃ?en beschränken sollte. Mit Beton wird auf diese Weise keine Zukunft geschaffen. Wichtig ist darüber hinaus die Unterstützung und Förderung von Unternehmen, sowohl sich neu gründender als auch vor Ort bestehender. Keinesfalls sollte dabei das GieÃ?kannenprinzip Anwendung finden. In einer angeregten Diskussion, die der Journalist Michael Seidel moderierte, kam auch zur Sprache, dass sich die Darstellung Mecklenburg-Vorpommerns als Gesundheitsland nicht mit der gleichzeitigen Unterstützung der Gentechnik vereinbaren lässt.

Wichtig sei es, Schwächen in Stärken zu verwandeln, sagte Fritz Kuhn und verwies auf das Beispiel Baden-Württembergs. Dieses wirbt bewusst mit "Wir können alles au�er Hochdeutsch" für sich und ist damit erfolgreich.

Im Vorfeld der Veranstaltung führten Fritz Kuhn und Dr. Harald Terpe ein Fachgespräch im Hanse-Jobcenter mit Vertretern des Jobcenters und der beiden Träger Stadt und Arbeitsagentur. Dort informierten sie sich über die Situation in Rostock und die Umsetzung der Hartz IV-Gesetze vor Ort.

Ein Blick in die Arbeitslosenstatistik zeigt, dass die bisherige Wirtschaftspolitik nicht die gewünschten Erfolge aufweisen kann und ein Umdenken unbedingt erforderlich ist. Mit einer Arbeitslosenquote von über 18 Prozent ist Mecklenburg-Vorpommern bundesweit das Schlusslicht. Die Arbeitsagenturen betreuen viele Klienten und vielfach beschränkt sich ihre Arbeit auf diesen Teil ihrer Aufgabe, da die nötigen Jobs nicht vorhanden sind. Probleme entstehen nicht nur aufgrund der fehlenden Arbeitsangebote. Auch die Umsetzung der gesetzlichen Regelungen führt zu Schwierigkeiten, so z.B. im Zusammenhang mit der Pauschalierung der Kosten der Unterkunft. Angemerkt wurde auch, dass die Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Arbeitslosen durch die derzeitigen Regelungen nicht gefördert werden. Hinzu kommt, dass in der Gruppe der unter 25jährigen ALG II-Empfänger etwa 2/3 über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt dadurch stark eingeschränkt sind.

Die Nachfrage der Unternehmen nach potentiellen Mitarbeitern korrespondiert selten mit den Angeboten der Arbeitsagentur. Da diese kurzfristig gestellt werden, können entsprechende Weiterbildungsangebote der Agentur nur nachträglich mit Verzögerung eingerichtet werden.

Im Anschluss an das Gespräch im Hanse-Jobcenter besuchten die beiden Bundestagsabgeordneten das Technologiezentrum Warnemünde. Dort kamen sie mit drei Unternehmern aus den Bereichen Medizintechnik sowie Luft- und Raumfahrttechnik ins Gespräch, die sich im TZW angesiedelt haben. Sie sprachen über ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit der Gründung ihrer Unternehmen.

Frau Ludwig, die Geschäftsführerin des TZW, stellte kurz die Entstehung des Zentrums dar und sprach über die Möglichkeiten, die Firmen von ihrer Seite aus zu unterstützen. Gründe für die Ansiedlung von Unternehmen sind nach Aussage von Frau Ludwig zum einen die Förderung des Landes und zum anderen die Hochschule, die den Standort attraktiv macht und eine Kooperation zwischen Theorie und Praxis ermöglicht, durch Praktika oder spätere Mitarbeit nach dem Studium.

Die gute Zusammenarbeit sprachen auch die Geschäftsführer von Luratec, TTR-Therapie-Technik Rostock und Labo tech an. Vor- und Nachteile aktueller Förderungsmöglichkeiten wurden dargestellt. Sinnvoll wäre die Förderung einzelner Cluster und die Beschränkung der Anzahl der Technologiezentren, wie Fritz Kuhn anmerkte. Diese Ansicht teilten die anderen Anwesenden. So bringt es niemandem etwas, wenn überall Technologiezentren und â??parks entstehen und damit die Konkurrenz vergröÃ?ert wird. Im Anschluss an das Gespräch besichtigten Fritz Kuhn und Dr. Harald Terpe die am Gespräch beteiligten Unternehmen.