01.03.2005

â??Rot-rote Hochschulpolitik- der Schlussakt!â??

Am vergangenen Dienstag haben die Rektoren der Universitäten Greifswald und Rostock die Vorschläge für die Umsetzung der Einsparauflage durch die Landesregierung der �ffentlichkeit vorgestellt. Kernpunkte sind die Abschaffung der BWL-Ausbildung, der Juristischen Fakultät und die Schlie�ung der Politikwissenschaft in Rostock, gleichzeitig die Verschiebung gro�er Teile der Philosophischen Fakultät aus Greifswald nach Rostock.

Vorausgegangen war diesem Schritt eine Auflage des Landtages an den Bildungsminister, bis zum 31.03. eine Vorlage für die zukünftige Hochschullandschaft einzureichen. In der Konsequenz stellte der Bildungsminister den Hochschulen ein Ultimatum: bis zum 23.02.2005 sollten die Hochschulen ein gemeinsames Konzept bei gleichzeitiger Reduktion des Bestandes um 600 Stellen vorlegen, fast 1/5 der bisherigen Strukturen.

â??Die Folge eines solchen unverantwortlichen Verfahrens auÃ?erhalb des Landeshochschulgesetzes ist der Verlust an lebenswichtiger Innovations- und Regenerationskraftâ?? kritisiert Johann Georg Jaeger (Sprecher des KV Rostock B90/Grüne) den eingeschlagenen Weg. Durch den Wegfall der bisher benannten Einheiten verlassen Rostock und wahrscheinlich auch Mecklenburg Vorpommern, zusätzlich zu den Ausbildungsplatzsuchenden, jetzt etwa 5000 Studierende und die entsprechenden Wissenschaftler mit ihren Familien. â??Wie eine solche Behandlung der Hochschulen im Land vor dem Hintergrund niedriger Geburtenraten und schwachem Steueraufkommen zu rechtfertigen ist, ist nicht nachvollziehbar.â?? so Jaeger weiter.

Nach einem Benchmarking-Vergleich mit anderen Bundesländern beschäftigt Mecklenburg Vorpommern überdurchschnittlich viel Landesbedienstete. Als Ergebnis wurden die Hochschulen in einen Topf mit den Ministerien und der Staatskanzlei geworfen und etwa gleiche Kürzungsquoten festgelegt. Dazu der Sprecher abschlieÃ?end: â??Wir erleben rot-rote Ohnmacht und die Unfähigkeit zentrale Potenziale der Landesentwicklung als solche zu erkennen und zu fördern. Wir sehen das Ende einer traurigen Vorstellung, der Vorhang fällt.â??