Wahlkampf auf Kosten von Investoren
von Uwe Flachsmeyer
Schöne Inszenierung. Die Sieger standen vorher fest: Ida Schillen, als Retterin von Rostock. Das jubelnde (PDS)Volk.
Die Verlierer auch: Der Warnowtunnel. Die Vertragspartner der Stadt. Die sach- und fachunkundige Verwaltung. Die Koalition gegen Schillen. Und potentielle Investoren. Doch was war wirklich geschehen? Unter dem Deckmantel, die Bürger informieren zu wollen, lud Ida Schillen ins Rathaus zum Thema Warnowtunnel. Neue Informationen gab es keine. Nach der durch Frau Schillen mit geschürten Aufregung um den Warnowtunnel wurde jetzt nur noch mal wiederholt, was lange bekannt ist: Die Stadt hat weder verkehrslenkende Ma�nahmen durchzuführen noch Risiken aus der Finanzierung zu tragen. Dafür gab es tosenden Beifall für Frau Schillen.
Leider war Herr Pöker nicht anwesend, denn u.a. ihm wie den damaligen Vertragspartnern hätte der Applaus gebührt. Frau Schillen hat es geschickt verstanden, sich in Szene zu setzen. Die Veranstaltung ist zur Wahlkampffarce verkommen. Nach dem Thema Warnowtunnel wurde in demagogischer Art und Weise ein politischer Rundumschlag gestartet, der an alte SED-Zeiten erinnerte. Die WIRO, die inkompetente Verwaltung, der Finanzsenator, die Bundesministerien, alle bekamen ihr Fett weg. Selbst im Sportbereich wollte sie aufräumen. Nur: Ist nicht Frau Schillen seit Jahren Sportsenatorin? Warum fängt sie erst jetzt an, dort alles anders zu machen?
Stotternd versuchte Frau Schillen immerhin ihren Fauxpas mit der Stadterwaltung noch gerade zu rücken. Doch das Signal an ihre Mitarbeiter, Kooperationspartner und potentielle Investoren bleibt. Setzen diese sich für Rostock ein oder machen Geschäfte mit der Stadt unter der Führung der PDS, laufen sie Gefahr bei Schwierigkeiten, der Profilierungssucht von Frau Schillen geopfert zu werden. Ob das die richtige Strategie ist, Rostock nach vorne zu bringen, bezweifle ich. Aus diesem Grunde ist die Abwahl von Frau Schillen das einzig richtige Zeichen. Auch die Mehrheit der Rostocker wird das zur Oberbürgermeisterwahl so sehen. Da habe ich Vertrauen in die Rostocker.





